Schwei­zer Carrossiers

Die Schweiz hat eine beacht­li­che Tra­di­ti­on im Spe­zi­al-Car­ros­se­rie­bau. Mit der all­mäh­li­chen Ver­brei­tung der Auto­mo­bi­le ab 1900 stieg auch das Wag­ne­rei-Gewer­be in das Geschäft mit Auf­bau­ten für Motor­wa­gen ein. Das Know-how stamm­te vom Kut­schen- und Pfer­de­wa­gen­bau, der noch lan­ge par­al­lel dazu wei­ter betrie­ben wur­de. Tech­ni­scher und modi­scher Trend­set­ter war das höchst Auto-affi­ne Frank­reich, wo man für die Auto­car­ros­se­rie ab 1910 eigen­stän­di­ge For­men ent­wi­ckel­te: Das Auto wur­de zum noblen Stadt­wa­gen, zum kom­for­ta­blen Lang­stre­cken-Kraft­fahr­zeug oder zum schnel­len Renn­sport-Gefährt, wel­che avant­gar­dis­ti­sche Her­ren und Damen auch sel­ber fah­ren konnten.

Die Car­ros­se­rie soll­te die Exklu­si­vi­tät, den Reich­tum oder die sport­li­che Extra­va­ganz urba­ner Ober­schich­ten zum Aus­druck brin­gen – es ent­wi­ckel­ten sich spe­zi­fi­sche ästhe­ti­sche Kri­te­ri­en und Standards.

Mit dem Abster­ben einer eigen­stän­di­gen Schwei­zer PKW-Indus­trie im Auf- und Ab der Zwi­schen­kriegs­zeit ver­leg­te sich das Car­ros­se­rie-Gewer­be auf die mass­ge­schnei­der­te Fer­ti­gung von Spe­zi­al-Car­ros­se­rien auf impor­tier­ten Chas­sis für Kun­den aus wohl­ha­ben­den Schichten.

Mit dem Auf­kom­men der selbst­tra­gen­den Car­ros­se­rien aus umge­form­ten, ver­schweiss­ten Stahl­ble­chen ver­schwand die­ser Zweig des Gewer­bes nach dem 2. Welt­krieg nahe­zu und man kon­zen­trier­te sich auf Um- und Auf­bau­ten von Nutz- und Kom­mu­nal­fahr­zeu­gen. Als letz­ter Schwei­zer Car­ros­sier schuf Her­mann Gra­ber in Wich­trach für eine anspruchs­vol­le Kli­en­tel bis in die 1960er Jah­re form­schö­ne Krea­tio­nen, die auch einen Max Bill begeis­ter­ten. Ent­de­cken Sie hier die gros­sen Mar­ken, die einst zur Schwei­zer Luxus­pro­duk­ti­on gehörten.

ADOLF EGLI – Basel 1902–1932

Sport­li­che Tou­ren­wa­gen und Luxus-Cabrio­lets auf ame­ri­ka­ni­schen und Rolls-Roy­ce-Chas­sis. Kon­struk­ti­on von spe­zi­el­len Vor­der­sit­zen, die beim Umklap­pen auto­ma­tisch nach vor­ne glit­ten. Über die vor 1914 gebau­ten Car­ros­se­rien ist nichts… 
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BAL­DEN­WEG F. – Genf 1920–1938

Pro­duk­ti­on von Tou­ren- und Luxus­wa­gen, vor­nehm­lich auf fran­zö­si­schen Fahr­ge­stel­len. Sport­li­che Zwei­plät­zer auf klei­nem His­pa­no-Sui­za-Chas­sis und… 
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CAR­ROS­SE­RIE WOR­BLAU­FEN F. RAM­SEI­ER & CO. Wor­blau­fen 1929 – 1958

Eines der wich­tigs­ten Schwei­zer­Car­ros­se­rie­bau- unter­neh­men für Per­so­nen­wa­gen. Her­stel­lung von her­aus­ra­gend ele­gan­ten Cabrio­lets und Roadstern auf Isot­ta-Fra­schi­ni‑, Mer­ce­des-Ben­z‑, Alfa-Romeo- und Bug­at­ti-Chas­sis. Nach dem 2. Welt­krieg mehr­heit­lich auf Tal­bot-Lago‑, Delahaye‑, Citro­ën- und Lan­cia-Fahr­ge­stel­len. Her­stel­lung eini­ger Ein­zel­stü­cke auf Jaguar‑, BMW- und… 
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E. FRECH-HOCH – Sissach 1924-?

Bedeu­ten­des Unter­neh­men. Pro­du­zier­te vor­nehm­lich Nutz­fahr­zeu­ge und Bus­se, bis 1935 auch Per­so­nen­wa­gen (offe­ne und… 
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F. BRI­CHET– Genf 1920–1933

Vom Sport-Zwei­plät­zer über Tou­ren­tor­pe­dos bis zu schwe­ren Luxus-Stadt­wa­gen bot die Fir­ma eine gan­ze Palet­te von Spe­zi­al­car­ros­se­rien auf Ballot‑, Bugatti‑, Cadillac‑, His­pa­no-Sui­za- und… 
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GAN­G­LOFF GEOR­GES – Genf 1903 – 1933

Hof­lie­fe­rant von Pic-Pic. Nach dem 1. Welt­krieg eines der wich­tigs­ten Per­so­nen­wa­gen-Karos­se­rie­wer­ke. Lie­fer­te Auf­bau­ten für Mar­ti­ni, Rolls-Roy­ce, Dela­ge, Ansal­do, His­pa­no-Sui­za, Isot­ta-Fra­schi­ni, Mer­ce­des-Benz, Bug­at­ti, Miner­va und diver­se wei­te­re Mar­ken-Chas­sis (auch ame­ri­ka­ni­scher Her­kunft). Grün­dung von Zweig­wer­ken in Zürich (ex Geiss­ber­ger), Bern und Col­mar (ex Wie­der­kehr). Nach­fol­ge­un­ter­neh­mung: Carrosserie… 
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GEBRÜ­DER BEUT­LER – Thun 1943–1987

Eines der krea­tivs­ten Caros­se­rie-Unter­neh­men der Nach­kriegs­zeit. 1948/49 Bau der ers­ten sechs (von acht) Por­sche Cabrio­lets (Chas­sis 003 ist seit vie­len Jah­ren in den Hän­den eines Schwei­zer Lieb­ha­bers). Diver­se Cabrio­lets und Cou­pés auf euro­päi­schen Chas­sis, z.B. VW, Por­sche, BMW, Hea­ley, Jagu­ar, Bris­tol, Lan­cia, Simca… 
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GEISS­BER­GER C. & R. – Zürich 1903 – 1929

Vor dem 1. Welt­krieg gröss­tes Car­ros­se­rie-Unter­neh­men der Schweiz. Der gröss­te Teil der frü­hen Mar­ti­ni und Sau­rer Per­so­nen­wa­gen wur­den durch Geiss­ber­ger C. & R. car­ros­siert. Ab 1920 wur­den auch Auf­bau­ten für Dela­ge, His­pa­no-Sui­za, Peu­geot etc.… 
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GHIA SA – Aig­le und Luga­no 1948 – 1984

Bis 1958 ca. 80 Cou­pés und Cabrio­lets z. B. auf Chas­sis von Alfa Romeo, Fiat, Jagu­ar, MG und Pan­hard. Design von Gio­van­ni Miche­lot­ti (bis 1957) und Pie­tro Frua (ab 1957). Danach noch Hard­tops, Nutz­fahr­zeu­ge und… 
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GRA­BER HER­MANN – Wich­trach 1925 – 1970

Zwei­fel­los der bekann­tes­te schwei­ze­ri­sche PKW-Car­ros­sier. Vor dem Krieg wur­den vor­nehm­lich Cabrio­lets auf ita­lie­ni­schen, fran­zö­si­schen und deut­schen Mar­ken-Chas­sis auf­ge­baut. Par­al­lel ent­stand eine Klein­se­ri­en von Swiss-Packard und drei Due­sen­berg. Nach 1945 fer­tig­te Gra­ber vor allem Karos­se­rien für Alvis, Delahaye, Tal­bot, Alfa Romeo, Aston Mar­tin, Bent­ley etc. Lizenz­bau der Gra­ber-Car­ros­se­rien durch Park Ward… 
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GYGAX JEAN – Biel 1900 – 1936

Anfäng­lich Her­stel­lung von Auf­bau­ten für schwei­ze­ri­sche Chas­sis. In den 20er-Jah­ren pro­du­zier­te er All­wet­ter-Car­ros­se­rien auf Fahr­ge­stel­len ver­schie­dens­ter Mar­ken. Spä­ter ent­stand ein Luxus-Stadt­wa­gen auf Isot­ta-Fra­schi­ni-Chas­sis und Cabrio­let-Auf­bau­ten auf Cadil­lac und Miner­va. Enge inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit mit dem Car­ros­se­rie­werk Alexis Kell­ner in… 
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HART­MANN M. – Lau­sanne 1929–1935

Her­stel­lung von diver­sen Cabrio­lets und Cou­pés. Beson­de­re Bekannt­heit errang Hart­mann mit sei­nem Cadil­lac V16 Tor­pe­do, wel­cher stark an die schwung­vol­len Blech­klei­der von Figo­ni & Fala­schi oder Saoutchik… 
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HESS – Solothurn/Bellach 1919 bis heute

Her­stel­lung von All­wet­ter­car­ros­se­rien auf PKW und Cars-Alpins. Ent­wi­ckel­te sich zu einem bis heu­te erfolg­reich täti­gen Car­ros­se­rie­werk für Bus­se und… 
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HÖHEN­ER’S ERBEN – St. Gal­len 1920 – 1935

Das Unter­neh­men wur­de bereits 1896 gegrün­det – Auto­mo­bil­car­ros­se­rien sind jedoch erst ab 1920 doku­men­tiert. Fer­tig­te soge­nann­te «Balloon»-Aufsätzen für offe­ne Tou­ren­wa­gen, z.B. Lan­cia Lamb­da und Cabrio­let-Auf­bau­ten sowie All­wet­ter-car­ros­sie­ren für Mar­ti­ni und aus­län­di­sche Mar­ken-Chas­sis. Stell­te auch Auf­bau­ten für Nutzfahrzeuge… 
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ITAL­SU­IS­SE – Genf 1959–1967

Gegrün­det von dem ehem. Ghia Aig­le-Mit­ar­bei­ter Adria­no Gugliel­met­ti. Aus­stel­lung von nur zehn von Pie­tro Frua gezeich­ne­ten Car­ros­se­rien auf dem Gen­fer Salon von 1960–1967. www.italsuisse.de Opel Kadett A Ital­su­is­se Spider… 
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KÖNG WAL­TER – Basel 1935 – 1999

In den 30er-Jah­ren wur­den Cabrio­lets-Car­ros­se­rien auf fran­zö­si­schen und eng­li­schen Chas­sis auf­ge­baut. Für Auf­se­hen sorg­te Köng 1948 mit einem sehr eigen­wil­li­gen Riley-Cou­pé. Zum Schluss beschäf­tig­te sich Köng mehr­heit­lich mit der Restau­rie­rung klassischer… 
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LAN­GEN­THAL – Lan­gen­thal 1921 – ?

1929 aus der alten Fir­ma Fritz Grogg ent­stan­den. Anfäng­lich Tou­ren- und Geschäfts­wa­gen auf preis­wer­ten Fahr­ge­stel­len. Luxus­ca­brio­lets auf His­pa­no-Sui­za und fran­zö­si­schen und ame­ri­ka­ni­schen Chas­sis. Nach dem 2. Welt­krieg Klein­se­ri­en auf Lan­cia- und Citro­ën-Basis. Nutz­fahr­zeug­auf­bau­ten. Ab 1950 kei­ne PKW-Car­ros­se­rien mehr.… 
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OTTO DIET­RICH– Basel 1914–?

Grös­se­re Fir­ma, von der aber nur weni­ge Fahr­zeu­ge doku­men­tiert sind. Z.B. Rolls-Roy­ce 40/50 HP Sil­ver Ghost Land­au­let-Cou­pé und Lan­cia Ber­li­na mit… 
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RAM­SEI­ER, STREUN & CO. RAM­SEI­ER + JEN­ZER Bern/Biel 1919 – 1989

Anfäng­lich Pro­duk­ti­on leich­ter Tou­ren- und Stadt­wa­gen. In den 20er-Jah­ren Her­stel­lung auch von Luxus­fahr­zeu­gen auf teu­ren Chas­sis. Nebst PKW pro­du­zier­te das Unter­neh­men stets auch Nutz­fahr­zeu­ge und Bus­se für pri­va­te und städ­ti­sche Betrie­be sowie für die Schwei­ze­ri­sche Post (PTT). Ab 1933 wur­de die Her­stel­lung von PKW-Car­ros­se­rien ein­ge­stellt. Nach der Über­nah­me von Lau­ber in Nyon ent­wi­ckel­te sich die Fir­ma zur bedeu­tends­ten Car­ros­se­rie-Unter­neh­mung der… 
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REIN­BOLT & CHRIS­TÉ AG – Basel 1900–1959

Schon sehr früh bau­ten sie Auto­mo­bil-Car­ros­se­rien. In den 30er-Jah­ren wur­den vie­le attrak­ti­ve Cabrio­lets auf Chas­sis ame­ri­ka­ni­scher und fran­zö­si­scher Her­stel­ler auf­ge­baut. Nach 1945 ent­stan­den meh­re­re Cabrio­lets auf Jagu­ar- und Riley-Fahr­ge­stel­len. Ins­ge­samt sind etwa 300 PKW car­ros­siert wor­den. Buick 1938 viertüriges… 
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SCHEI­WIL­LER JOSEF – ZÜRICH 1928 – heute

Die Schei­wil­ler AG ist ein Fami­li­en­be­trieb in drit­ter Genera­ti­on. Seit 1928 küm­mern wir uns um sämt­li­che Belan­ge rund ums Auto. Und die Kul­tur, sich auch den kniff­ligs­ten Her­aus­for­de­run­gen zu stel­len, wird bis heu­te jeden Tag gelebt. Ein Fahr­zeug­durch­lauf von mehr als 2000 Fahr­zeu­gen pro Jahr steht für die Qua­li­täts­ar­beit unse­res Betriebs. So ist die Car­ros­se­rie-Werk­statt mit eige­ner Lackie­re­rei eines der bedeu­tends­ten Unter­neh­men sei­ner Art auf dem Platz… 
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SEITZ – Emmis­ho­fen 1905 – 1930

Auf­bau von Tou­ren- und Stadt­wa­gen-Car­ros­se­rien auf mehr­heit­lich deut­schen Mar­ken-Fahr­ge­stel­le. Es ent­stan­den auch zahl­rei­che Nutz­fahr­zeu­ge und Bus­se. Nach 1940 ging die MOWAG dar­aus her­vor (sie­he Schweizer… 
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SIG – Neu­hau­sen 1928 – 1930

Vor­wie­gend im Eisen­bahn­wa­gon­bau tätig, bau­te die Fir­ma zeit­wei­se auch geschlos­se­ne Car­ros­se­rien auf Mar­ti­ni-Chas­sis und… 
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TÜSCHER GEBRÜ­DER – Zürich 1909 – 1984

In den frü­hen Jah­ren wur­den Touren‑, Sport- und Stadt­wa­gen auf unter­schied­lichs­ten Chas­sis wie z.B. klei­ne Fiat, Benz, Isot­ta Fra­schi­ni und Rolls-Roy­ce auf­ge­baut. In den 30er-Jah­ren ver­la­ger­te sich die Auf­bau­ar­beit auf mehr­heit­lich ame­ri­ka­ni­sche Fahr­ge­stel­le. Stets wur­den auch Nutz­fahr­zeu­ge und Bus­se car­ros­siert. Die Fir­ma fei­ert 2014 ihr 30jähriges Jubi­lä­um unter dem, seit 1984, neu­en Namen Car­ros­se­rie Tüscher… 
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WEN­GER – Basel 1919 –

Her­stel­lung von sport­li­chen Fahr­zeu­ge auf fran­zö­si­schen, ita­lie­ni­schen und deut­schen Chas­sis. Ab 1930 vor allem… 
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